Diakonie begann, als sich die sozialen Strukturen in den Gemeinschaften der Menschen änderten.

Bis ins 19. Jahrhundert lebten die Menschen meist generationenübergreifend zusammen. Verschiedene Arbeiten, wie Kochen, Lebensmittel haltbar machen, Häuser bauen, die Felder bestellen oder das Vieh hüten, waren in größeren Gemeinschaften ausgeführt worden. Man konnte sich auf die Nachbarn oder die Angehörigen der gleichen Gemeinschaft verlassen und half selbst ebenso aus. Kinder wurden von den Familienangehörigen versorgt, die keine schwere Arbeit mehr verrichten konnten. Alte und kranke Familienmitglieder wurden versorgt.

Industrialisierung

Mit dem Einzug der Industrialisierung wurde die Arbeit verlagert. Die Menschen arbeiteten in Fabriken und weniger für sich oder auf den Feldern. Auch wenn es zunächst so aussah, dass die Menschen mehr Geld für Ihre Arbeit erhielten, waren die Arbeitszeiten anders als bisher, Männer mussten ihre Familien für längere Zeiträume verlassen, um an weiter entfernten Orten zu arbeiten. Die eigene Versorgung litt darunter. Die bedürftigen Angehörigen konnten nicht mehr mitversorgt werden. Kinder wurden immer mehr sich selbst überlassen. Diese Situationen wurden immer prekärer. Hier wurde vielen Kirchenmitgliedern bewusst, dass sich an der Versorgung der Hilfsbedürftigen etwas ändern musste, dass diese Arbeit nicht mehr in den Familien verbleiben konnte, sondern von außen übernommen werden musste.

Die ersten Einrichtungen, die sich um die Armen oder um vernachlässigte Kinder, um alleinstehende alte Menschen oder Behinderte kümmerten, entstanden. Es wurden Suppenküchen errichtet, Hospitäler, Besuchsdienste wurden eingerichtet. Zunächst wurden diese Einrichtungen von Nonnen und Hilfsschwestern geleitet. Gemeindemitglieder, welche die Notwendigkeit dieser Hilfe erkannten, verrichteten unentgeltlich ihren Dienst.

Weitere Entwicklung

Im 20. Jahrhundert sprang auch der Staat mehr und mehr ein, um seiner Bevölkerung einen sozial mehr abgesicherten Lebensstandard zu ermöglichen. Dadurch erhielten die diakonischen Einrichtungen der Kirchen Unterstützung in vielerlei Hinsicht, um ihre Arbeit umfangreicher, den Menschen und ihren Bedürfnissen angepasster und weitaus professioneller fortzusetzen.

Heute findet man in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen hoch qualifiziertes Personal, das im Sinne der Diakonie geführt wird, aber auch durch Vertreter selbstbestimmt an den Vorgängen der Einrichtungen teilnimmt.